Mehrfamilienhaus richtig versichern

Ein Mietshaus mit mehreren Wohnparteien hat ein anderes Schadenpotenzial als ein
einzelnes Einfamilienhaus. Dieser Beitrag zeigt, worauf es bei der Versicherung eines
Mehrfamilienhauses konkret ankommt.

Gebäudewert realistisch ansetzen

Die Versicherungssumme sollte dem tatsächlichen Wiederherstellungswert entsprechen, also
den Kosten, das Gebäude im Schadenfall originalgetreu wieder aufzubauen. Bei älteren
Wohn- und Geschäftshäusern liegt dieser Wert oft deutlich über dem, was in der
ursprünglichen Police eingetragen ist. Ein gleitender Neuwertfaktor gleicht die
Baupreisentwicklung automatisch aus.

Leitungswasser als häufigste Schadenursache

Mit jeder zusätzlichen Wohnung kommen weitere Ableitungsrohre und Anschlüsse hinzu. Ein
einzelner Rohrbruch im Obergeschoss kann mehrere darunterliegende Wohnungen gleichzeitig
betreffen. Leitungswasserschäden gehören deshalb zu den häufigsten Schadenfällen bei
Mehrfamilienhäusern.

Elementarschutz bei Tiefgarage und Kellerwohnungen

Überschwemmung, Starkregen und Rückstau zählen nicht automatisch zur Standarddeckung. Bei
einem Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage oder Kellerwohnungen kann ein fehlender
Elementarschutz im Schadenfall besonders teuer werden, weil gleich mehrere Einheiten
betroffen sind.

Mietausfall bei mehreren Parteien gleichzeitig

Wird ein Mehrfamilienhaus nach einem Schaden teilweise unbewohnbar, fällt die Miete für
mehrere Einheiten gleichzeitig aus. Die Mietausfallversicherung ersetzt diesen
Ertragsausfall für die Dauer der Wiederherstellung.

Gewerbeanteil korrekt angeben

Viele Mehrfamilienhäuser haben im Erdgeschoss ein Ladengeschäft oder ein Büro. Schon ein
geringer Gewerbeanteil kann die versicherungstechnische Einstufung des gesamten Gebäudes
verändern und sollte dem Versicherer bei Vertragsschluss korrekt angegeben werden.

Gebäudetechnik nicht vergessen

  • Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen vor Inbetriebnahme melden
  • Längeren Leerstand einzelner Wohnungen anzeigen
  • Größere Sanierungen vorab mit dem Versicherer abstimmen

Fazit

Ein Mehrfamilienhaus richtig zu versichern bedeutet vor allem, Versicherungssumme,
Elementarschutz und Mietausfall gemeinsam zu betrachten, statt sich auf eine
Standardpolice zu verlassen.

Alle Details finden Sie auf der Seite
Mehrfamilienhausversicherung.
Für den Elementarschutz im Detail siehe auch
Elementarschutz für Mehrfamilienhäuser.

Häufige Fragen

Wie oft sollte die Versicherungssumme eines Mehrfamilienhauses überprüft werden?

Bei einem gleitenden Neuwertfaktor passt sich die Summe automatisch jährlich an. Nach
größeren Sanierungen, Anbauten oder einer Umnutzung einzelner Flächen lohnt sich davon
losgelöst eine zusätzliche, manuelle Prüfung.

Zählt eine vermietete Einliegerwohnung im selben Haus wie ein eigenes Mehrfamilienhaus?

Entscheidend sind die Anzahl der Wohneinheiten und die Nutzung insgesamt, nicht die
Bezeichnung. Schon zwei vermietete Einheiten im selben Gebäude sollten versicherungstechnisch
wie ein kleines Mehrfamilienhaus behandelt werden.

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