Mietausfallversicherung für Vermieter
Wird eine Wohnung nach einem Brand- oder Leitungswasserschaden unbewohnbar, fällt die Miete aus, während Kredit und Betriebskosten weiterlaufen. Die Mietausfallversicherung schließt genau diese Lücke, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen.
Wann die Mietausfallversicherung tatsächlich zahlt
Die Mietausfallversicherung ersetzt den Mietertrag, der entfällt, weil eine Wohnung oder ein Gewerbeobjekt infolge eines versicherten Sachschadens unbewohnbar oder unbenutzbar wird. Typische Auslöser sind Feuer-, Leitungswasser-, Sturm- und Hagelschäden, sofern diese auch im zugrunde liegenden Gebäudevertrag versichert sind. Ohne einen solchen versicherten Sachschaden besteht kein Anspruch. Praxisbeispiel: Mietausfall nach Leitungswasserschaden.
Mietausfall ist kein Schutz vor Mietnomaden
Ein häufiges Missverständnis: Die Mietausfallversicherung schützt nicht vor einem Mieter, der die Miete nicht zahlt. Dieser Fall betrifft die Zahlungsfähigkeit des Mieters und ist ein eigenständiges Risiko, das über andere Wege abgesichert werden müsste, etwa über eine sorgfältige Bonitätsprüfung vor Vertragsabschluss. Die Mietausfallversicherung setzt ausschließlich an einem Sachschaden am Gebäude an.
Wiederherstellungsdauer als Bemessungsgrundlage
Die Versicherungsleistung orientiert sich in der Regel an der tatsächlichen Wiederherstellungsdauer: dem Zeitraum, den Reparatur oder Wiederaufbau benötigen, bis die Wohnung wieder vermietbar ist. Je nach Tarif ist diese Dauer auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt, üblich sind zum Beispiel zwölf bis vierundzwanzig Monate.
Fortlaufende Kosten während des Ausfalls
Während der Wiederherstellung laufen Fixkosten wie Zins, Tilgung, Grundsteuer und Instandhaltungsrücklage weiter, ohne Rücksicht auf den fehlenden Mietertrag. Gerade bei fremdfinanzierten Objekten kann ein längerer Mietausfall ohne diesen Versicherungsbaustein schnell zu einem ernsten finanziellen Engpass werden.
Mehrere Mietparteien, mehrfacher Ausfall
Bei einem Mehrfamilienhaus kann ein einzelner Schaden, etwa ein Rohrbruch im oberen Stockwerk, gleich mehrere Wohnungen gleichzeitig unbewohnbar machen. Der Mietausfall addiert sich dann über alle betroffenen Einheiten, was bei der Wahl der Versicherungssumme berücksichtigt werden sollte. Mehr zur Mehrfamilienhausversicherung.
Häufige Fragen
Zahlt die Mietausfallversicherung bei einem zahlungsunfähigen Mieter?
Nein. Sie greift ausschließlich, wenn die Wohnung durch einen versicherten Sachschaden unbewohnbar wird, nicht bei einem Zahlungsausfall des Mieters.
Wie lange zahlt die Mietausfallversicherung?
Das hängt vom Tarif ab. Üblich sind Zeiträume von zwölf bis vierundzwanzig Monaten, orientiert an der tatsächlichen Wiederherstellungsdauer.
Ist die Mietausfallversicherung ein eigener Vertrag?
Meist wird sie als Baustein zur Wohngebäudeversicherung abgeschlossen, nicht als separater Vertrag. Entscheidend ist, dass der Baustein ausdrücklich eingeschlossen ist.
Lohnt sich die Mietausfallversicherung bei nur einer Wohnung?
Auch bei einer einzelnen vermieteten Wohnung kann ein längerer Sanierungszeitraum nach einem Schaden zu spürbaren finanziellen Lücken führen, besonders bei laufender Finanzierung.